Geburtsplan vs. Realität - HypnoBirthing Mama by nature

Plan vs. Realität: So viel kannst du wirklich bei deiner Geburt mitreden

Vielleicht hast du auch schon mal den Begriff Geburtsplan gehört. Und vielleicht hast du dir auch schon Gedanken darüber gemacht, wie so ein Geburtsplan überhaupt aussehen kann. Kann man eine Geburt denn überhaupt planen? Und inwieweit kann ich überhaupt selbst mitbestimmen, wie meine Geburt z.B. in einer Klink ablaufen soll?

Was ist ein Geburtsplan?

Mit Geburtsplan ist gemeint, dass sich die Schwangere im Vorhinein darüber Gedanken macht, wie ihre Geburt ablaufen soll und das schriftlich festhält. Das setzt natürlich voraus, dass man sich ausreichend darüber informiert, was während einer Geburt auf einen zukommen kann und wie man darauf reagieren möchte. Natürlich muss man auch mit einbeziehen, wie der Klinikalltag in der Wunschklinik aussieht und welchen Prozessen, Routinen und Leitlinien sie unterliegen. Da man eine Geburt tatsächlich nur sehr bedingt planen kann, nennen wir den Geburtsplan im HypnoBirthing-Sprech einfach Geburtswünsche oder Geburtspräferenzen. Ein Plan suggeriert zu sehr, dass dieser auch strikt befolgt und eingehalten werden muss. Wünsche hingegen sind zum Wünschen da und auch gegenüber dem Klinikpersonal viel sanfter in der Ansprache.

Darum ist es wichtig, dass du gut informiert in deine Geburt gehst

Ich habe bereits in meinem Artikel Kann man sich auf die Geburt überhaupt vorbereiten? eine Geburt mit der Besteigung des Mount Everest verglichen. Ein Abenteuer wie dieses würdest du nie und nimmer eingehen, ohne dich vorher darüber zu informieren, wie du am einfachsten an’s Ziel gelangst und wie die Gegebenheiten vor Ort sind. Du willst einfach vorbereitet sein, obwohl und gerade deshalb, weil jederzeit ein Sturm aufziehen kann, der dich womöglich dazu zwingt, zu improvisieren. Bei der Geburt ist es nicht anders. Wenn du dir im Vorhinein Gedanken darüber machst, dir das nötige Wissen über Geburt und auch über deine Wunschklinik aneignest, die richtigen Fragen stellst und mit dem Personal vor Ort in Austausch gehst, gehst du nicht nur mit einem viel besseren Gefühl in die Geburt. Du übernimmst Selbstverantwortung und kannst so auch selbstbestimmt handeln. Du fühlst dich sicher, weil du jederzeit weißt, was da gerade passiert und warum es passiert.

Die andere Option wäre, dass du nichts weißt und dich dadurch voll und ganz der Verantwortung anderer hingibst. Natürlich handeln auch sie nach bestem Wissen und Gewissen und haben nur die besten Absichten. Trotzdem kann es aber passieren, dass ihre besten Absichten absolut nicht die sind, mit denen es dir gut geht. Wenn das Personal nicht weiß, was dir wichtig ist, kann es darauf auch keine Rücksicht nehmen und wird einfach so handeln, wie sie selbst es in diesem Moment für richtig halten. Und auch sie sind nur Menschen, die in Zeiten von Hebammenmangel auch mal überarbeitet und müde sind und genauso auch falsche Entscheidungen treffen können. Auch medizinisches Personal ist nicht unfehlbar. Fakt ist: Du kannst die Verantwortung nicht abgeben! Am Ende bist immer du verantwortlich. Für dich und für dein Baby. Und niemand kennt dich und deinen Körper besser als du selbst. Du kannst dir Berater hinzuziehen, ja, aber du musst deine Entscheidungen selbst treffen. Trau dir das zu, du schaffst das.

Geburtsplan erstellen – so gehst du vor

Die Gegebenheiten in den Kliniken sind zum Teil sehr unterschiedlich. Den meisten Eltern ist gar nicht bewusst, wie viel Mitspracherecht sie bei der Geburt überhaupt haben. Wünsche für die Geburt aufzuschreiben kommt zwar nicht sehr häufig vor, ist aber auch keine absolute Neuheit mehr. Grundvoraussetzung ist, dass du weißt, wie eine physiologische Geburt in der Regel abläuft. Wenn du dich bereits mit HypnoBirthing-Techniken wie z.B. Affirmationen beschäftigt hast, dann hast du ja bereits deine Wunschgeburt visualisiert oder hast zumindest ein grobes Bild davon, wie deine ideale Geburt ablaufen soll. Mit diesem Bild solltest du dir nun eine oder mehrere potenzielle Geburtsorte wie z.B. Geburtskliniken anschauen. Du hast überall die Möglichkeit, an Info-Abenden und Hausführungen teilzunehmen und dir vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten zu machen.

Dabei solltest du all die Dinge, die dir persönlich wichtig sind, präsent haben und gerne auch die nötigen Fragen stellen. Wie hoch ist die Kaiserschnittrate? Wie sehen die Geburtszimmer aus? Gibt es Familienzimmer, Geburtswannen, etc. Was auch immer dir besonders am Herzen liegt, frag gezielt nach. Du kannst dich auf dein Bauchgefühl verlassen, wenn die Hebamme oder Ärztin deine Fragen beantwortet. Erzähle auch ruhig, wenn du dich z.B. mit HypnoBirthing auf deine Geburt vorbereitest. Wie ist hier die Reaktion, gibt es bereits Erfahrungen? Was passiert bei der Aufnahme, welche Routinen müssen eingehalten werden? Kannst du das Licht dimmen und deine eigene Musik mitbringen. Nutze diese Gelegenheit um ein konkretes Bild davon zu bekommen, wie in der Klinik gearbeitet wird und wie viel Mitsprache der Eltern erwünscht ist.

Anmeldung in der Klinik

Wenn du dich dann für eine Einrichtung entschieden hast, muss du ein Anmeldegespräch vereinbaren. Hier erfolgt nicht nur eine Untersuchung sondern, wie der Name schon sagt, ein Gespräch mit einer Hebamme oder Ärztin. Dieses Gespräch solltest du dafür nutzen, in den Austausch zu gehen und deine Wünsche ganz konkret anzusprechen. Wenn manche deiner Wünsche nicht zum Standard gehören, werden sie ggf. in deiner Akte vermerkt, sodass das Personal, das bei deiner Geburt gerade Dienst hat, das dementsprechend berücksichtigen kann.

Der Ton macht die Musik: im selben Team spielen

Wenn der Tag der Geburt nun gekommen ist und du in die Klinik aufgenommen wirst, kann dein Geburtsbegleiter nochmal alles in Ruhe mit der Dienst habenden Hebamme besprechen. Nicht du solltest deine Geburtspräferenzen besprechen müssen, lass das bitte deinen Partner machen, damit du dich auf dich konzentrieren kannst. Wichtig ist es hier noch zu erwähnen, dass – wie sooft im Leben – der Umgangston ausschlaggebend dafür ist, wie deine Wünsche aufgenommen werden. Wenn das Personal das Gefühl bekommt, ihr wollt ihnen vorshreiben, wie sie ihre Arbeit machen sollen, wird das eher zu Verstimmungen führen, was keine gute Basis für die folgenden Stunden darstellt. Bitte ruft euch stets in Erinnerung, dass ihr als Eltern gemeinsam mit dem Klinkpersonal im selben Team spielt. Ihr alle seid geichermaßen daran interessiert, die sicherste und angenehmste Geburt zu erleben. Befehlston oder Abwehrhaltung sind hier wirklich fehl am Platz. Umgekehrt hat aber genauso falsche Höflichkeit im Kreisssaal nichts zu suchen. Es ist wichtiger gute Eltern zu sein statt gute Patienten. Wusstest du z.B., dass du in vielen Fällen die Möglichkeit hast, deine betreuende Hebamme zu wechseln, wenn zwischen euch die Chemie einfach nicht stimmt?

Glaube ans Planen, nicht an den Plan

Du hast dich also ausreichend vorbereitet, all deine Wünsche kommuniziert und die Geburt nimmt ihren Lauf. Jetzt ist es an der Zeit, mit dem Fluss zu gehen. Ändere deine Pläne, wenn es die Gegebenheiten erfordern. Speziell natürlich bei einem Notfall, wo das Personal schnell handeln muss, darfst du nicht krampfhaft an irgendwelchen Idealvorstellungen festhalten. Du stehst dir damit nur selbst im Weg, ich spreche da aus eigener Erfahrung. Du kannst jederzeit, eigenverantwortlich und selbstbestimmt, deine Pläne über Board werfen und die Vorschläge deiner Berater (das Klinikpersonal) miteinbeziehen und dich jederzeit anders entscheiden, als du dir das vorher überlegt hast.

Eins meiner Lieblingszitate (das eigentlich aus dem agilen Projektmanagement stammt) trifft es meiner Meinung nach am besten: Glaube ans Planen, nicht an den Plan selbst. Pläne sind dazu da, angepasst, geändert, aufgeschoben oder gänzlich verworfen zu werden. Die Magie liegt im Prozess des Planens – sich ausreichend im Klaren darüber zu werden, was man will, um dann auf Augenhöhe kommunizieren und bewusste Entscheidungen treffen zu können.

Was sind deine Erfahrungen mit Geburtsplänen? Hast du dir schon überlegt, welche Wünsche und Präferenzen du für deine Geburt hast? Konntest du diese bereits mit dem Personal vor Ort besprechen? Teile mir sehr gerne deine Erfahrungen mit, um auch andere Mamas hier zu inspirieren. Ich freue mich von dir zu lesen!

Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest, abonniere gerne meinen Newsletter und erhalte mein 12-seitiges PDF zum Thema “5 Dinge, die du JETZT für deine angstfreie Geburt tun kannst“. Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest, dann komm in einen meiner HypnoBirthing Kurse in Hamburg. Dort lernst du all das hier beschriebene und noch viel mehr. Ich würde mich riesig freuen, dich persönlich kennenzulernen.

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